Mathematische Spitzenjournals werden Open Access

Ein Schritt in die richtige Richtung: Die vom renommierten Institut Mittag-Leffler der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften herausgegebenen Zeitschriften Acta Mathematica und Arkiv för Matematik sind seit Anfang 2017 elektronisch frei verfügbar. Acta Mathematica zählt weltweit zu den Top 10 der mathematischen Fachzeitschriften. Acta Mathematica und Arkiv för Matematik wurden bis 2016 bei Springer Nature verlegt und werden nun über International Press als Open-Access-Zeitschriften weitergeführt.

An der TU Berlin waren Acta Mathematica und Arkiv för Matematik bisher über ein Abonnement der Mathematischen Fachbibliothek verfügbar. Kostenlos zur Druckausgabe wurde der elektronische Zugang im IP-Bereich der TU bereitgestellt. Sämtliche Jahrgänge sind ab sofort über Project Euclid verfügbar.

Die Kolleg/innen vom Weblog der Technischen Informationsbibliothek in Hannover zitieren den Verlag wie folgt: „Für die Autor/innen fallen keine Artikelgebühren [sogenannte APCs, Article Processing Charges] an, die Zeitschriften sollen nach Auskunft des Verlags durch den weiter stattfindenden Verkauf der Druckausgabe finanziert werden. Die Artikel werden nicht unter einer freien Lizenz veröffentlicht, das Manuskript darf aber auf der eigenen Homepage und auf arXiv zugänglich gemacht werden.“

Die mathematische Community dürfte diese Regelung mehrheitlich begrüßen. Eine Umfrage fand gerade heraus, dass es unter Mathematiker/innen eine große Aversion gegen APCs gibt. Gut ein Viertel der weltweiten Teilnehmer/innen hielten APCs grundsätzlich für inakzeptabel, weitere 25 % akzeptieren sie, solange die Gebühr sehr gering bleibt. Nur 2 % der Befragten schätzten APCs als unproblematisch ein. [1] Grundsätzlich scheint die mathematische Community jedoch Änderungen im Bereich der wissenschaftlichen Zeitschriften offen gegenüberzustehen. Der Wechsel von Acta Mathematica und Arkiv för Matematik wird daher positiv aufgenommen werden.

[1] Neylon, C.; Roberts, D.M.; Wilson, M.C.: Results of a worldwide survey of mathematicians on journal reform. In: EMS Newsletter, March 2017, S. 46-49.

Seit 2013 leitet Jan Erdnüß die Mathematische Fachbibliothek (MFB) der TU Berlin. Zugleich ist er Baubeauftragter des Instituts für Mathematik und arbeitet mit an der neuen Fachbibliothek im Mathematik-Neubau, die auf dem Ostgelände der TU Berlin entstehen soll.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.