Open-Access-Inhalte finden

Vermutlich kennt jede/r die Situation: Ohne Probleme greift man im Alltag auf digitale Publikationen zurück, die durch die Universitätsbibliothek lizenziert wurden. Ärgerlich wird es, wenn dann doch einmal ein Beitrag nicht zugänglich ist und die Recherche vor einer Paywall endet. Im Folgenden stellen wir Werkzeuge vor, die in solchen Situationen hilfreich sind und die Suche nach freien Versionen unterstützen.

  • Unpaywall: Unpaywall ist eine Browser-Erweiterung, die im Hintergrund automatisiert nach einer verfügbaren Variante von Artikeln sucht. Ist man auf der Seite eines Verlags und kann auf einen Artikel nicht zugreifen, führt das Plugin schnell und unkompliziert zum Volltext (entweder zur lizenzierten Verlagsversion oder zur vorhandenen Open-Access-Version). Die Erfolgsquote liegt nach eigenen Angaben bei 47 %. Das Plugin kann für Firefox und Chrome installiert werden.
  • doai: Hat die gesuchte Publikation eine DOI, kopieren Sie den Link http://doai.io/ in Ihren Browser und hängen am Ende die DOI zum gewünschten Beitrag an. Dieser Aufruf leitet direkt zu einer frei verfügbaren Version weiter – sei es, weil die Bibliothek eine Lizenz erworben hat oder weil der/die Autor/in die Publikation zweitveröffentlicht hat (Beispiel).
  • Open-Access-Button: Der Open-Access-Button ist eine Browsererweiterung, mit der nach freien Versionen von Artikeln gesucht werden kann. Gibt es noch keine Open-Access-Version, wird mit Klick auf den OA-Button eine E-Mail an den/die Autor/in der Publikation generiert und um Bereitstellung einer entsprechenden Version gebeten. Der Open-Access-Button ist seit kurzem im KOBV-Portal eingebunden – dem wichtigsten Recherchewerkzeug für Bestände im Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg.
  • BASE: Wer noch auf Literatursuche ist und auf die Suchmaschine BASE zurück greift, kann die Option “Open-Access-Dokumente bevorzugen” als Standardeinstellung nutzen. BASE hat zahlreiche Open-Access-Portale integriert und weist fast 50 Millionen Open-Access-Dokumente nach (Beispiel).
  • Google Scholar: Auch Google Scholar indexiert freie Quellen und macht das Auffinden von frei verfügbaren Versionen von Artikeln leicht (Beispiel).
  • Google Scholar Button: Der Google Scholar Button ist eine Browser-Erweiterung, welche die Suche über Google Scholar vereinfacht: Es kann auf einer beliebigen Seite der Titel des gesuchten Artikels markiert werden; mit Klick auf den Button wird auf die Trefferseite bei Google Scholar weitergeleitet. Das Plugin kann für Firefox und Chrome installiert werden.
  • Twitter / E-Mail: Viele Wissenschaftler/innen nutzen den Hashtag #ICanHazPDF, um die Twitter-Community um Unterstützung bei der Suche nach Artikeln zu bitten oder kontaktieren Kolleg/innen direkt per E-Mail.

Als Fazit bleibt: Wenn Sie auf benötigte Fachliteratur nicht direkt zugreifen können, müssen Sie sich nicht in rechtliche Grauzonen (s. dazu Fachbeitrag des Urheberrechtlers Prof. Dr. Steinhauer) begeben. Im Gegenteil: Es gibt inzwischen zahlreiche Werkzeuge, die dabei helfen, legal auf frei verfügbare Versionen von Publikationen zuzugreifen.

Update 20.12.2017: Ab Januar 2018 wird es an der TU Berlin keinen Zugriff mehr auf die aktuellen Artikel von Elsevier-Zeitschriften geben. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zu diesem Thema auf einer FAQ-Seite zusammengestellt. 

Update 13.03.2018: Dieser Beitrag wurde aktualisiert (Umbenennung von oaDOI zu Unpaywall) bzw. ergänzt (Google Scholar Button).

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