Mit freier Software zu freien Inhalten: Retrodigitalisierung an der Universitätsbibliothek

Open Science, Open Data, Open Knowledge: Open Access hat viele Geschwister! Eines davon ist Open Source. Damit wird Software bezeichnet, deren Quellcode frei zugänglich ist und beliebig genutzt, kopiert, verändert und – in seiner ursprünglichen oder einer veränderten Fassung – verbreitet werden darf. In der Universitätsbibliothek sind verschiedenste Open-Source-Softwarelösungen im Einsatz – zum Beispiel basiert das Open-Access-Repositorium DepositOnce auf der verbreiteten Software DSpace.

Seit Anfang dieses Jahres verwendet die Universitätsbibliothek bei der Digitalisierung von Alt- und Sonderbeständen die Open-Source-Software Kitodo. Diese unterstützt den Digitalisierungsworkflow, also den Weg vom gedruckten Buch auf dem Scanner bis zu seinem digitalen Pendant. Dieses wird dann – mit Images, Volltext und Metadaten – Open Access online zur Verfügung gestellt. Die Web-Präsentation basiert ebenfalls auf Kitodo und wurde an der UB im Zuge der Migration neu gestaltet: https://digital.ub.tu-berlin.de/.

Um langfristig erfolgreich und konkurrenzfähig zu sein, müssen Open-Source-Projekte von einer breiten und aktiven Community getragen werden. Bei Kitodo besteht sie aus Bibliotheken, Archiven und Dienstleistern, die die Software anwenden und kooperativ weiterentwickeln. Die Geschäftsstelle des Vereins Kitodo. Key to digital objects e. V. ist an der UB angesiedelt. Seit 2018 gibt es einen Film, der in aller Kürze erklärt, wie Kitodo arbeitet.

Und was wird dann mit Kitodo digitalisiert? Das hängt ganz von den Beständen der jeweiligen Einrichtung ab. Die UB digitalisiert vor allem alte Drucke aus der Zentralbibliothek und der dort untergebrachten Sondersammlung Deutsche Gartenbaubibliothek sowie Amtsblätter und Vorlesungsverzeichnisse der TU aus dem Universitätsarchiv. Neu hinzugekommen sind 2018 die ersten Jahrgänge digitalisierter Flugblätter von Studierenden aus den Jahren der westdeutschen Studentenbewegung um 1968, die mit Mitteln des Berliner Senats aus dem Förderprogramm digiS digitalisiert wurden. Das zur UB gehörende Architekturmuseum hat seit 2008 über 140.000 Zeichnungen, Drucke und Fotografien digitalisiert. Unsere Digitalisate stellen wir unter der freiesten Nutzungslizenz zur Verfügung, die jeweils möglich ist.

Übrigens: Die UB nimmt auch gern Digitalisierungsvorschläge und -aufträge für gemeinfreie oder vergriffene Werke aus ihrem Bestand entgegen: http://www.ub.tu-berlin.de/digitalisierung/.

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