Fünf Fragen an … Karin Werner vom Verlag transcript

Die Nachfrage nach finanzieller Unterstützung für die Veröffentlichung von Open-Access-Büchern wächst. Autor*innen der TU Berlin haben die Möglichkeit, dafür den Publikationsfonds für Monografien und Sammelbände zu nutzen.
Grundlage für die Finanzierung von Open-Access-Monografien durch Universitäten und Forschungsverbünde ist ein vertrauensvoller, offener, fairer Austausch zwischen den Förderern und den Buchverlagen. Die von den Verlagen für ihre Serviceleistungen in Rechnung gestellten Kosten müssen für die Förderer transparent und plausibel sein.
Mit fünf Fragen an Dr. Karin Werner vom Verlag transcript setzen wir unsere Interviewreihe mit wissenschaftlichen Verlagen fort. Auch Karin Werner setzt auf Transparenz und formuliert: „Das Vertrauen der Förderer müssen wir uns verdienen.“

Fünf Fragen an … Barbara Budrich

Seit März 2018 steht den Wissenschaftler*innen der TU Berlin ein Fonds zur Förderung von Open-Access-Büchern zur Verfügung. Die Förderung von Open-Access-Büchern bedarf anderer Überlegungen als die inzwischen weitgehend etablierte Förderung von Aufsätzen in Open-Access-Zeitschriften. Es gilt, Open Access für Monografien und Sammelbände zu fördern und dabei die Breite der wissenschaftlichen Verlagslandschaft zu erhalten. Um mehr über die Haltung der Verlage zu Open Access zu erfahren, fragen wir Barbara Budrich vom gleichnamigen Verlag zu ihrer Motivation, ein Open-Access-Geschäftsmodell anzubieten.

Bericht vom 1. Berliner Rundgespräch Open-Access-Bücher

Das 1. Berliner Rundgespräch Open-Access-Bücher fand am 10. September 2018 an der UB der TU Berlin statt. Eingeladen waren fünf Verlage, die bereits aktiv im Feld Open-Access-Bücher sind: Barbara Budrich, De Gruyter, Peter Lang, Transcript und WBV Media. Für die Universitätsbibliotheken waren jeweils zwei Gäste aus HU, FU und TU eingeladen. Das inhaltliche Konzept und die Moderation übernahm das Open-Access-Büro Berlin.

Mit freier Software zu freien Inhalten: Retrodigitalisierung an der Universitätsbibliothek

Open Science, Open Data, Open Knowledge: Open Access hat viele Geschwister! Eines davon ist Open Source. Damit wird Software bezeichnet, deren Quellcode frei zugänglich ist und beliebig genutzt, kopiert, verändert und – in seiner ursprünglichen oder einer veränderten Fassung – verbreitet werden darf. 

Open Access an der TU Berlin: Das Jahr 2018

Im Jahr 2018 konnte das Thema Open Access an der TU Berlin erneut deutlich vorangebracht werden. 60 geförderte Open-Access-Aufsätze, 767 zweitveröffentlichte Aufsätze, 319 Online-Dissertationen, 37 Open-Access-Publikationen im Universitätsverlag und unzählige Beratungsgespräche und Schulungen zeugen davon. Es war ein bewegtes Jahr für das Open-Access-Team der Universitätsbibliothek: Kolleg*innen haben uns verlassen oder sind in Elternzeit gegangen, neue Kolleg*innen sind dazu gekommen.

Sie publizieren, wir finanzieren

Die TU Berlin unterstützt auch in diesem Jahr ihre Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Open-Access-Veröffentlichung von Forschungsergebnissen durch die Übernahme der Publikationsgebühren.

2019 stehen im Open-Access-Publikationsfonds für die Finanzierung von Aufsätzen in Open-Access-Zeitschriften erneut rund 100.000 Euro zur Verfügung. Die Mittel werden anteilig von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der TU Berlin bereitgestellt. Sie ermöglichen es Forschenden der TU Berlin, ihre wissenschaftlichen Aufsätze in Open-Access-Zeitschriften zu publizieren und damit weltweit öffentlich zugänglich zu machen.

Auch für Open-Access-Monografien und -Sammelbände stehen Mittel in Höhe von 100.000 Euro zur Verfügung.

Plan S: neue Open-Access-Strategie von europäischen und nationalen Forschungsförderern

Am 4. September 2018 veröffentlichte die cOAlition S das Strategiepapier Plan S, das die zukünftige Entwicklung von Open Access in Europa und auch darüber hinaus bestimmen soll. Die cOAlition S ist ein Zusammenschluss von einzelnen nationalen Fördereinrichtungen und Science Europe und wird unterstützt von der Europäischen Kommission und dem European Research Council (ERC). Ende November 2018 wurden Implementierungsrichtlinien veröffentlicht, in welchen die Hauptpunkte aus dem Plan S-Papier konkretisiert wurden.

Gastbeitrag: Laudatio von Prof. Dr. Ulrich Pöschl zur Verleihung der Karl-Preusker-Medaille 2018

Am 14.11.2018 erhielt die Allianz der Wissenschaftsorganisationen die Karl-Preusker-Medaille 2018.  Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen ist der Zusammenschluss der bedeutends­ten Wissenschafts- und Forschungsorganisationen in Deutsch­land. Sie unterstützt die Bibliotheken seit zehn Jahren mit ihrer Schwerpunktinitiative „Digitale Information“. Die Bundesvereinigung Bibliothek & Information Deutschland würdigt mit der Auszeichnung das herausragende Engage­ment der Allianz zugunsten der Ent­wicklung einer modernen Bibliotheksinfrastruktur.

Die Laudatio auf der Festveranstaltung am 14.11.2018 im Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum der Humboldt-Universität zu Berlin wurde von Prof. Dr. Ulrich Pöschl, Direktor am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz, gehalten.

Open-Access-Newsletter 4/2018

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

33,7 Prozent Open-Access-Zeitschriftenartikel existieren für den Zeitraum 2013 bis 2017 an der TU Berlin, europäische Forschungsförderer veröffentlichen einen radikalen Open-Access-Plan und der Dokumentarfilm „Paywall – The Business of Scholarship“ ist online … Dies und mehr finden Sie in unserem vierten Open-Access-Newsletter.

Warum die Universität das Directory of Open Access Journals unterstützt

Ab sofort unterstützt die TU Berlin das Directory of Open Access Journals (DOAJ) mit einem jährlichen Mitgliedschaftsbeitrag. Das DOAJ bietet Forschenden und Open-Access-Spezialist*innen ein zuverlässiges Nachweissystem für Open-Access-Zeitschriften. Mit der Mitgliedschaft setzt sich die TU Berlin aktiv für den nachhaltigen Betrieb dieser qualitätssichernden Infrastruktur für das Open-Access-Publizieren ein.

60 % Open Access bis 2020 – wo steht die TU Berlin?

Ein Open-Access-Anteil von mindestens 60 % – diese Zielmarke formuliert die „Open-Access-Strategie für Berlin“ für das Jahr 2020: 60 % der Zeitschriftenartikel sollen dann Open Access, das heißt frei zugänglich, verfügbar sein. Doch wo steht eigentlich die TU Berlin?

Grundlage der hier präsentierten Zahlen ist eine Erhebung von Artikeldaten in Fachdatenbanken wie Web of Science, PubMed oder SciFinder. Im Durchschnitt publizieren Angehörige der TU Berlin im Jahr 2.000 Artikel in Fachzeitschriften, Tendenz steigend (2013: 1.838 Artikel, 2017: 2.120 Artikel). Um Auskunft über den Open-Access-Status dieser Artikel zu bekommen, wurden verschiedene Datenquellen genutzt (Stand 16.8.2018).

Für die Jahre 2013 bis 2017 können wir sagen: Mit gut 33,7 % ist mehr als die Hälfte der Wegstrecke geschafft. Und der Open-Access-Anteil bei Artikeln von TU-Angehörigen wächst – langsam, aber kontinuierlich.

Open Access muss bezahlbar bleiben! Einheitliche Kriterien für Open-Access-Publikationsfonds

Die TU Berlin verfügt – wie viele andere Universitäten und Einrichtungen Deutschlands – über einen Publikationsfonds. Aus ihm werden die Publikationsgebühren, auch Article Processing Charges (APC) genannt, für Aufsätze von Angehörigen der TU Berlin in Open-Access-Zeitschriften erstattet.

Der Fonds ist anteilig von der DFG mitfinanziert. Für DFG-gestützte Publikationsfonds gibt es drei Förderkriterien:
1) Es können nur Aufsätze mit einer maximalen APC von 2.000 EUR (brutto) finanziert werden.
2) Eine anteilige Finanzierung ist nicht möglich.
3) Aufsätze in hybriden Journalen* können nicht finanziert werden.

Diese strengen Kriterien haben sich in der Praxis bewährt. Die meisten Verlage wissen um die Förderkriterien. Und das ist gut so. Wenn dennoch Anträge nicht den Kriterien entsprechen und  abgelehnt werden müssen, ist das oft schmerzhaft für die Autorinnen und Autoren.

Wege zu Open Access: Was kann jeder Einzelne von uns tun?

Wissenschaftliche Erkenntnisse müssen kommuniziert und rezipiert werden.  „Wissen, zu dem es jedoch nur begrenzten oder gar keinen freien Zugang gibt, bleibt elitär und im schlimmsten Falle leer“, schrieb ich in der TU intern-Ausgabe exakt vor einem Jahr. Damit ist das Thema schon umrissen: Open Access als Modell einer freien Wissenschaftskommunikation steht dem traditionellen Closed-Access-Modell gegenüber, welches sich im letzten Jahrhundert etabliert hat. Vorreiter von Wissenschaftsverlagen wie der Verleger Robert Maxwell haben früh erkannt, dass  „[…] electronic publishing […] is able to recycle the same piece of information, selling it several times over. […] I set up a perpetual financing machine through advance subscriptions as well as the profits on the sales themselves. It is a cash generator twice over. It’s no use trying to compete with me […]. Scientists are not generally as price-conscious as other professionals, mainly because they are not spending their own money.” (Interview 1988; zitiert nach J. C. Thompsen in College & Research Libraries, 49 (1988), 6, S. 481). Closed-Access-Wissenschaftsverlage haben sich mit diesem Geschäftsmodell zu börsennotierten Unternehmen entwickeln können mit Gewinnen, die höher als jene von Google, Facebook oder Apple ausfallen. Wir müssen und sollten es nicht dabei belassen!

Jenseits von Elsevier: Open-Access-Publikationsinfrastrukturen für Berlin

Die Publikationslandschaft für Open Access ist abwechslungsreicher, als es die aktuellen Diskussionen um die Rolle der Großverlage wie Elsevier vermuten lassen: Es gibt Open Access von kleineren und mittleren Verlagen, von gewinnorientierten und Non-Profit-Unternehmen, von privaten Firmen und Projekten öffentlicher Einrichtungen, es gibt Gold Open Access mit und ohne APCs, und natürlich gibt es neben dem Goldenen auch den Grünen Weg über die Veröffentlichung in Repositorien.

Open Access an der TU Berlin: Das Jahr 2017

Vieles hat sich im vergangenen Jahr im Bereich Open Access an der TU Berlin getan. Das wichtigste war sicher die einstimmige Verabschiedung der Open-Access-Policy der TU Berlin durch den Akademischen Senat. Der Verabschiedung ging ein langer Diskussionsprozess in den Gremien der Universität voraus. Die Policy enthält Empfehlungen für das Publizieren von Forschungsergebnissen ebenso wie Selbstverpflichtungen der Universität. Die zentrale Aufforderung lautet,  Publikationen Open Access verfügbar zu machen – entweder als Erstveröffentlichung in einem Open-Access-Verlag oder in Form einer Zweitveröffentlichung auf einem Open-Access-Repositorium.

Ein Rückblick auf die Zahlen des Jahres 2017:

Wissen schaffen und frei zugänglich machen – Open-Access-Policy der TU Berlin verabschiedet

Open Access – der freie Zugang zu wissenschaftlichen Informationen – ist mir als Wissenschaftlerin ein persönliches Anliegen. Unsere publizierten Forschungsergebnisse sollen weltweit von allen Interessierten aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft frei und kostenlos gelesen werden können. Die Finanzkraft einer einzelnen Person oder einer Forschungseinrichtung darf somit nicht darüber entscheiden, ob einem der Zugang zu Wissen gewährt wird oder nicht.

Open-Access-Inhalte finden

Vermutlich kennt jede/r die Situation: Ohne Probleme greift man im Alltag auf digitale Publikationen zurück, die durch die Universitätsbibliothek lizenziert wurden. Ärgerlich wird es, wenn dann doch einmal ein Beitrag nicht zugänglich ist und die Recherche vor einer Paywall endet. Im Folgenden stellen wir Werkzeuge vor, die in solchen Situationen hilfreich sind und die Suche nach freien Versionen unterstützen.

Wo gibt es Geld für meine goldene Open-Access-Publikation?

Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stehen dem Open-Access-Gedanken wohlgesonnen gegenüber. Open Access verspricht schließlich die Erfüllung eines hehren wissenschaftlichen Ideals – dem freien, kostenlosen und weltweiten Zugang zu Wissen für jedermann. Zudem hat sich herausgestellt, dass im Open Access veröffentlichte Artikel häufiger zitiert werden; die Sichtbarkeit der Forschungsergebnisse wird somit noch erhöht.

Open Access in der Bundestagswahl 2017

Am 24. September 2017 findet die Wahl des 19. deutschen Bundestages statt. Im Zuge dessen wurden vom Deutschen Bibliotheksverband (dbv) sowie DINI, der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation e.V., Wahlprüfsteine mit Bitte um Stellungnahme verschickt. Die Wahlprüfsteine enthalten Fragen zu verschiedenen Aspekten der Bereiche Wissenschaft, Bildung und Kultur. Der Fokus des dbv liegt auf Bibliotheken, der von DINI auf Wissenschaftseinrichtungen – beide haben auch Positionen rund um Open Access abgefragt. Die jeweiligen Antworten werden im Folgenden überblicksartig präsentiert.

Neue Wissenschaftsschranke kommt – Was bedeutet das für Lehre und Forschung?

Der Bundestag hat am 30.06.2017 eine grundlegende Reform des Urheberrechts beschlossen.  Der Bundesrat ließ das Gesetz am 07.07.2017 passieren. Damit tritt zum  1.3.2018 das Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz (UrhWissG) zunächst befristet auf 5 Jahre in Kraft.

DEAL or no DEAL? Berliner Unis kündigen Elsevier-Zugang zum Jahresende

Um es gleich vorweg zu nehmen: TU-Angehörige werden aller Voraussicht nach auch ab dem 1.1.2018 Artikel aus Elsevier-Journalen lesen können. Das Präsidium und die Universitätsbibliothek der TU sind zuversichtlich, dass es im Rahmen der DEAL-Verhandlungen eine Einigung mit dem Verlag Elsevier geben wird.

Post-Grant Open Access Pilot für FP7-Projekte verlängert

Auf folgende Information möchte das EU-Büro der TU Berlin aufmerksam machen: Die EU bietet einen Fonds für die Finanzierung von Gebühren, die bei der Veröffentlichung von Publikationen aus EU-geförderten Projekten in Open Access Journalen entstehen. Der so genannte FP7 Post-Grant Open Access Pilot wurde bis 28. Februar 2018 verlängert.

Von Robin Hood zum Mainstream: Open Access als Haltung erreicht die Mitte der Bibliothek

Es hat sich etwas geändert im Umgang mit dem Thema Open Access. Gewiss ist das Thema nicht neu. Im Gegenteil, seit vielen Jahren ist es präsent auf bibliothekarischen Fachveranstaltungen; die Vorreiter und Fürsprecher in der Szene sind bekannt und geschätzt. Zugleich galt aber auch: Über Open Access wurden zwar intensive Debatten geführt, in den bibliothekarischen Alltag einer durchschnittlichen Universitätsbibliothek haben diese aber kaum Eingang gefunden. Es gab eine seltsame Diskrepanz zwischen den teils stark akademisch geprägten, teils mit Robin-Hood-Attitüde geführten Diskussionen der ExpertInnen und dem bibliothekarischen Betrieb vor Ort. Welche unmittelbare Bedeutung hatte Open Access für den Diplombibliothekar im Geschäftsgang, für die Auskunftsbibliothekarin am Info-Tresen, für die Fachreferentin im Kontakt mit ihrer wissenschaftlichen Zielgruppe? De facto führte das Thema im Bibliotheksalltag ein Nischendasein, nur wenige Personen der Belegschaft befassten sich intensiver damit.

Mathematische Spitzenjournals werden Open Access

Ein Schritt in die richtige Richtung: Die vom renommierten Institut Mittag-Leffler der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften herausgegebenen Zeitschriften Acta Mathematica und Arkiv för Matematik sind seit Anfang 2017 elektronisch frei verfügbar. Acta Mathematica zählt weltweit zu den Top 10 der mathematischen Fachzeitschriften. Acta Mathematica und Arkiv för Matematik wurden bis 2016 bei Springer Nature verlegt und werden nun über International Press als Open-Access-Zeitschriften weitergeführt.