Open Access in der Bundestagswahl 2017

Am 24. September 2017 findet die Wahl des 19. deutschen Bundestages statt. Im Zuge dessen wurden vom Deutschen Bibliotheksverband (dbv) sowie DINI, der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation e.V., Wahlprüfsteine mit Bitte um Stellungnahme verschickt. Die Wahlprüfsteine enthalten Fragen zu verschiedenen Aspekten der Bereiche Wissenschaft, Bildung und Kultur. Der Fokus des dbv liegt auf Bibliotheken, der von DINI auf Wissenschaftseinrichtungen – beide haben auch Positionen rund um Open Access abgefragt. Die jeweiligen Antworten werden im Folgenden überblicksartig präsentiert.

Die CDU/CSU plant „eine nationale Kompetenz- und Vernetzungsstelle für Open Access zu etablieren, die Informationsangebote für Wissenschaftler bereit hält und den Knotenpunkt eines nationalen Netzwerks bildet.“ (vgl. Antwort an dbv)

Auch Bündnis 90/Grünen betonen ihr Ziel, die Verbreitung von Open Access zu fördern. Um das zu erreichen, soll die Deutsche Forschungsgemeinschaft von Bundesregierung und Ländern unterstützt werden, um „Maßnahmen zur Förderung von Open Access in der Wissenschaft fortzusetzen und auszubauen“ (vgl. Antwort an dbv).

Die SPD hingegen hat im veröffentlichten Schreiben die Bedeutung von Open Access betont. Auf die Frage, wie eine Unterstützung bzw. weitere Förderung erfolgen soll, wurde aber nicht im Detail eingegangen. Allerdings merkt die SPD an, dass für die Unterstützung von Open Access die wissenschaftlichen Bibliotheken eine zentrale Rolle spielen.

Auch die FDP befürwortet in ihrem Antwortschreiben ihre Unterstützung in der Verbreitung der Open-Access-Strategie, konkrete Maßnahmen werden auch hier nicht genannt.

DIE LINKE möchte die „Grundfinanzierung der Hochschulen verbessern, um Anreizsysteme für Wissenschaftler*innen zu schaffen, in Open-Access-Zeitschriften zu veröffentlichen, z.B. über Publikationsfonds“ (vgl. Antwort an dbv). Das Anschieben und Bewerben neuer Open-Access-Modelle soll finanziell unterstützt und gefördert werden. Das Zweitveröffentlichungsrecht soll ausgeweitet werden, u.a. sollte die Embargofrist nach Vorstellung der Linken von 12 auf 6 Monate verkürzt werden. Open Access soll als „Veröffentlichungsstandard bei öffentlich geförderter Forschung und auf entsprechende Änderungen bei Förderbedingungen“ (vgl. Antwort an DINI) etabliert werden.

Die AfD spricht sich gegen den Publikationsfond aus mit der Begründung, „die Gefahr einer qualitativen Nivellierung“ zu verhindern. „Die AfD befürwortet […] bei Investitionen eine Schwerpunktbildung in Richtung digitale Infrastruktur, lT-Fachkräfte sowie Aus- und Weiterbildung des Bibliothekspersonals.“ (vgl. Antwort an dbv)

Die vollständigen Antworten zu den Wahlprüfsteinen des dbv und DINI sind zu finden unter:

Elisa Marten ist seit September 2016 Auszubildende zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste in der Fachrichtung Bibliothek an der Universitätsbibliothek der Technischen Universität Berlin. Der Beitrag ist im Zuge der Arbeit im Open-Access-Team der Universitätsbibliothek entstanden.

Ein Kommentar:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.