Zwei Jahre Open-Access-Publikationsfonds an der TU Berlin

2017 hat die TU Berlin mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) einen Publikationsfonds eingerichtet. Seit nunmehr zwei Jahren unterstützt sie damit die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität bei der Finanzierung von Open-Access-Publikationen. Um diese Kosten transparent und vergleichbar zu halten, liefert die TU ihre Daten an OpenAPC. Die Initiative aggregiert die Daten der teilnehmenden Institutionen, stellt diese als Open Data zur Verfügung und bereitet sie visuell auf. Unter anderem kann man in der animierten Treemap recherchieren, bei welchen Verlagen wie viel publiziert wurde und wie hoch die durchschnittlichen Publikationskosten (APC, Article Processing Charges) dabei waren.

Gezahlte APC nach Verlag (in Euro)

Was wurde 2018 gefördert?

Waren es 2017 noch 30 Artikel, so konnten 2018 bereits 60 Publikationen gefördert werden. Die Artikel verteilen sich auf zwölf Verlage, wobei im Verlag Multidisciplinary Digital Publishing Institute (MDPI) wie schon im Vorjahr die meisten Artikel gefördert wurden. Springer Nature nimmt mit 15 Artikeln den zweiten Platz ein, gefolgt von Frontiers und der Public Library of Science (PLoS). Die restlichen acht Verlage sind mit ein bis zwei Publikationen vertreten. Die Fördersumme betrug 2018 78.766 Euro brutto. Im Gesamtdurchschnitt lagen die APC bei 1.313 Euro. Die Kosten pro Verlag sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

Verlag
Anzahl Artikel Gesamtkosten (€) Durchschnitts-APC (€)
MDPI AG 26 24.732 951
Springer Nature 15 27.675 1.845
Frontiers Media SA 5 9.551 1.910
Public Library of Science (PLoS) 4 6.755 1.689
American Society for Microbiology 2 1.021 511
IOP Publishing 2 3.342 1.671
American Chemical Society 1 796 796
Copernicus GmbH 1 1.606 1.606
Kritische Geografie Berlin e. V. 1 1.400 1.400
Librello 1 323 323
Oxford University Press (OUP) 1 1.330 1.330
Veruscript 1 272 272

Häufig genutzt wurden Verlage, mit denen die TU Berlin Sonderkonditionen beim Publizieren vereinbart hat, allen voran auch hier MDPI, wo TU-Mitgliedern ein Rabatt von 25 Prozent gewährt wird. Bei BioMed Central (BMC, Teil von Springer Nature) wurden elf Artikel über das dafür eingerichtete Prepay-Konto gefördert. In Journals des Verlages Frontiers wurden fünf Artikel von TU-Mitgliedern zentral über die Universitätsbibliothek finanziert.

Die Förderbedingungen des Publikationsfonds

Ob ein Open-Access-Artikel aus dem Publikationsfonds finanziert werden kann oder nicht, hängt von bestimmten Förderbedingungen ab. Anträge können TU-Mitglieder stellen, die hauptverantwortlich für den jeweiligen Artikel (Corresponding Author) sind. Weitere Kriterien betreffen das Journal, in dem publiziert wird: Es muss eine reine Open-Access-Zeitschrift und im Directory of Open Access Journals (DOAJ) gelistet sein.

Hybride Modelle, bei denen nur einzelne Artikel in einem Journal gegen Gebühr Open Access publiziert werden, sind von der Einzelförderung ausgeschlossen. Grund dafür ist, dass die Etats von Bibliotheken mit dieser Vorgehensweise doppelt belastet werden — einmal durch die Zahlung von APC und zusätzlich durch die Kosten für das Abonnement der Zeitschrift („double dipping“).

Zuletzt dürfen die APC maximal 2.000 Euro (inkl. MwSt.) betragen. Diese Grenze ist von der Deutschen Forschungsgemeinschaft vorgegeben und soll einem übermäßigen Anstieg von Publikationskosten entgegenwirken. Natürlich kann es vorkommen, dass APCs über dieser Maximalsumme liegen. In diesem Fall kann man mit dem Verlag in Nachverhandlung gehen, was für TU-Mitglieder in der Vergangenheit schon mehrfach zu einer Reduktion der Gebühr geführt hat.

Wie geht es weiter?

Zwei Jahre, 90 Open-Access-Publikationen — wir blicken auf eine erfolgreiche erste Förderperiode zurück! Gerade die Verdopplung der Zahl der geförderten Publikationen in 2018 zeigt, dass Open Access bei TU-Autorinnen und -Autoren immer mehr an Stellenwert gewinnt. 2019 stehen erneut rund 100.000 Euro für die Finanzierung von Aufsätzen in Zeitschriften zur Verfügung — das Open-Access-Team freut sich auf Ihren Antrag!

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