Fünf Jahre Publikationsfonds an der TU Berlin

Seit 2017 bietet die TU Berlin mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) einen Publikationsfonds an. Die Universität unterstützt damit TU-Angehörige bei der Finanzierung von Open-Access-Publikationen in Zeitschriften (seit 2017) sowie von Open-Access-Büchern (seit 2018). Um die Kosten für die finanzierten Publikationen transparent und vergleichbar zu halten, liefert die TU Berlin ihre Publikationsdaten jährlich an die OpenAPC-Initiative. OpenAPC sammelt die Daten der teilnehmenden Institutionen, stellt Sie als Open Data zur Verfügung und bereitet Sie visuell auf. Für den Förderzeitraum seit 2017 sind die Daten der TU Berlin in Rohfassung oder als Treemap für Zeitschriftenartikel bzw. Treemap für Open-Access-Bücher einsehbar.

Was wurde 2021 gefördert?

Zeitschriftenartikel

Im Vergleich mit den vergangenen Jahren ist die Zahl der geförderten Aufsätze in Open-Access-Zeitschriften zwar weiter aber weniger stark angestiegen. Wurden zwischen 2017 und 2020 im Jahr 30, 60, 86 und 193 Artikel gefördert, so waren es 2021 insgesamt 211 Artikel, die in echten Open-Access-Zeitschriften erschienen sind. Dementsprechend wuchs auch die jährliche Gesamtfördersumme von 40.074 € in 2017 auf 357.409,56 € in 2021 an (78.766 € in 2018, 125.875 € in 2019 und 276.988 € in 2020). 192 Publikationen aus 2021 und damit 91 % wurden im Rahmen von dedizierten Open-Access-Verträgen finanziert. Über die Hälfte aller geförderten Zeitschriftenartikel wurden bei MDPI (119) veröffentlicht, 35 Artikel wurden bei SpringerNature, 29 bei Frontiers und 7 bei Copernicus gefördert. Insgesamt wurden für diese Veröffentlichungen 334.848,13 € verausgabt, was einem Anteil von 93,7 % der Gesamtausgaben entspricht. Eine detaillierte Darstellung der Kostenverteilung lässt sich bei OpenAPC (Datenmeldung Mai’22 und Update) nachlesen.

Verteilung der Kosten für Journalbeiträge auf Verlage (Quelle: OpenAPC CC BY 4.0)

Eine tendenzielle Kostensteigerung der APC (Article Processing Charge, Gebühr für Publikation von Zeitschriftenartikeln in OA-Zeitschriften) lässt sich auch in 2021 beobachten. Die durchschnittliche APC wuchs seit 2017 von 1.337 € auf 1.516 € in 2021 an, wobei die APC je nach Verlag stark variieren, was zu einer weiten Kostenspanne führt.

Durchschnittliche APC nach Verlagen (in Euro), Quelle: OpenAPC CC BY 4.0)
Open-Access-Bücher

Im Jahr 2021 wurden insgesamt 11 Anträge auf Publikationsförderung gestellt, wovon 9 bewilligt werden konnten. Im Gegensatz zu Zeitschriftenartikeln dauern die Verlagsprozesse vom Vertragsschluss bis zur Rechnungslegung bei Büchern mitunter deutlich länger. Förderanträge können bereits zum Zeitpunkt der Vertragsverhandlungen mit dem Verlag gestellt werden. Von den seit 2018 eingereichten 60 Anträgen konnten insgesamt 56 bewilligt werden. Bis Ende 2021 wurden davon 41 Anträge vollständig abgeschlossen. Die Gesamtsumme der bisher verausgabten Mittel seit 2018 beträgt 109.604,00 €. Von allen geförderten und vollständig abgeschlossenen Publikationen werden die Kostendaten ebenfalls an OpenBPC gemeldet.

Verteilung der Kosten für Bücher auf Verlage (Quelle: Open APC. CC BY 4.0)

Die Förderbedingungen des Publikationsfonds

Mit den Förderkriterien wird festgelegt, welche Publikationen aus dem Publikationsfonds der TU Berlin finanziert werden können. Antragsberechtigt sind alle TU-Angehörigen, die als corresponding author hauptverantwortlich für die Finanzierung eines Artikels bzw. als Autor*innen oder Herausgeber*innen verantwortlich für die Finanzierung der Buchpublikation sind.

Aufgrund der verschiedenartigen Publikationsprozesse werden dementsprechend auch eigene Förderkriterien für Bücher und Zeitschriftenartikel formuliert.

Für Journalbeiträge gilt, dass die Zeitschrift, in dem der Beitrag erscheinen soll, im Directory of Open Access Journals (DOAJ) gelistet sein muss. Hybride Zeitschriften-Modelle, bei denen nur einzelne Artikel gegen Gebühr Open Access publiziert werden, sind von der Förderung durch den Publikationsfonds ausgeschlossen. Der Grund dafür ist das sogenannte „double dipping“, bei dem die Etats von Bibliotheken doppelt belastet werden – zum einen durch die Zahlung von APC und zum anderen durch die Kosten für das Abonnement der Zeitschrift. Die Universitätsbibliothek empfiehlt daher, OA-Optionen in hybriden Journalen zu vermeiden und Open Access in diesen Fällen stattdessen über eine Zweitveröffentlichung, den sogenannten grünen Weg, zu realisieren. Ausgenommen davon sind Verlage und hybride Zeitschriften, mit denen die TU Berlin besondere Verträge zu Open-Access-Konditionen abgeschlossen hat; das sind aktuell RSC, Wiley und SpringerNature. Der Beitrag muss unter einer Creative-Commons-Lizenz erscheinen und, die APC der Beiträge darf eine Höhe von 2.000 € brutto nicht überschreiten (Ausnahme: DEAL-Verträge mit SpringerNature und Wiley). Diese Grenze wurde von der DFG vorgegeben, um einem übermäßigen Anstieg von Publikationskosten entgegenzuwirken. In Fällen, bei denen die APCs über diesem Maximalbetrag liegen, sollte mit dem Verlag nachverhandelt werden. Das Open-Access-Team der Universitätsbibliothek bietet dafür Unterstützung an. In der Vergangenheit wurde so wiederholt eine Reduktion der Publikationskosten erwirkt.

Buchpublikationen von TU-Angehörigen können anteilig bis zu einer bestimmten maximalen Fördersumme finanziert werden. Die Publikation muss unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY veröffentlicht werden. Der Verlag muss als Open-Access-Verlag gelistet sein, so zum Beispiel im Directory of Open Access Books (DOAB), und sich an den „Qualitätsstandards für Open-Access-Monografien und -Sammelbände“ der Arbeitsgemeinschaft Universitätsverlage orientieren.

Förderanträge können zum Zeitpunkt der Vertragsverhandlungen bei Büchern bzw. nach der Zulassung zur Veröffentlichung (Acceptance) für Journalbeiträge gestellt werden. Aufgrund von Sondervereinbarungen kann die Antragstellung für Zeitschriftenartikel für manche Verlage (Copernicus, Frontiers, MDPI, Springer Nature und Wiley) entfallen. Die Einreichungen werden der Universitätsbibliothek zur Prüfung auf Kostenübernahme gemeldet. Im Falle einer Kostenübernahme werden die Autor*innen darüber durch die Universitätsbibliothek informiert.

Wie geht es weiter?

Seit der Einführung des Publikationsfonds im Jahr 2017 ist die Anzahl der finanzierten Publikationen mit jedem Jahr konstant angestiegen und wir blicken auf ein erfolgreiches fünftes Förderjahr zurück. Auch im Jahr 2022 stehen für die Förderung von Open-Access-Publikationen unter den oben aufgeführten Bedingungen ausreichend Mittel zur Verfügung.

Alle Infos zu Förderbedingungen und zur Antragstellung finden Sie unter https://www.tu.berlin/go5066/.

(Update: Korrektur der Statistik für OA-Bücher am 22.05.2023)

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